PKF Deutschland

Wirtschaftsprüfung &
Beratung

(Konzern-) Lagebericht nach DRS 20

Unternehmen in Deutschland müssen ab einer bestimmten Größe mit ihrem Jahresabschluss auch einen Lagebericht offenlegen (§§ 264, 289 HGB). Zu Fragen über Art und Umfang der Angaben im Lagebericht gibt der Deutsche Rechnungslegungsstandard DRS 20 „Konzernlagebericht“ Hilfestellung. Er ist zwar unmittelbar nur für Konzerne anwendbar, aber: Nicht nur die in dem Standard selbst enthaltene Empfehlung auf „entsprechende Anwendung auf den Lagebericht gemäß § 289 HGB“, sondern auch dessen Veröffentlichung im amtlichen Teil des Bundesanzeiger deuten auf eine zukünftige Anwendung im Wege der Gesetzesauslegung hin. 

Der Lagebericht soll eine „geschlossene Darstellung“ der wirtschaftlichen Lage bieten, also nicht mehr nur eine bloße Zusammenstellung von Einzelangaben, sondern mehr eine Art ‘Story’ über das Unternehmen in einem abgelaufenen Geschäftsjahr. Interessant ist, dass die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) im Wege des sogenannten Enforcement, also die (börsen-) aufsichtsrechtliche Prüfung und ggf. Sanktionierung von Rechnungslegern, klarstellt, wie eine solche Story über den Geschäftsverlauf und die voraussichtliche Entwicklung auszusehen hat. 

Bei seinen ersten Prüfungen zum DRS 20 in 2014 hat das DRSC zum Beispiel klargestellt, dass die Wiedergabe umfassender Ausführungen von Zentralinstitutionen in Europa, Bund und Ländern zur Konjunktur im Lagebericht nicht erwünscht ist, wenn dabei kein Bezug bzw. keine signifikante Korrelation zum Geschäftsgang des Unternehmens hergestellt wird oder werden kann. 

Die DPR Prüfungsschwerpunkte 2014 deuten auf weitere Verfeinerungen dessen hin, was unter einer geschlossenen Darstellung zu verstehen ist: im Lagebericht soll das Unternehmen diejenigen Leistungsindikatoren angeben, die es „unternehmensindividuell“ tatsächlich bei der Steuerung und Überwachung verwendet. Zu diesen Leistungsindikatoren, also etwa Umsatz, Ergebnis, oder Ausbringungsmengen, wird die DPR prüfen, inwieweit sie innerhalb des Lageberichts in den Abschnitten zum Geschäftsmodell (Grundlagen), zum Wirtschaftsbericht (Geschäftsverlauf und dessen Abbildung in Ertrag, Finanzen und Vermögen) einschließlich Abweichungen zur Vorjahresprognose und zur aktuellen Prognose verständlich erläutert sind. 

Natürlich ist eine Prognose immer mit Unsicherheit behaftet, aber mit dem neuen DRS 20 kann die Metapher der Glaskugel als Argument der Gegner der modernen Rechnungslegung nicht mehr gelten. Wenn Unternehmen in die Arbeit gezwungen werden, Ursachen für Abweichungen in abgelaufenen Prognosen, etwa in Annahmen und Parametern, zu identifizieren und damit ihre Erfolgsfaktoren genauer kennen zu lernen, kann das für das Unternehmen nur gut sein. 

In unserem PKF aktuell geben wir Ihnen Hinweise, was Sie bei einer Lageberichterstattung bzw. Konzernlageberichterstattung nach DRS 20 besonders beachten sollten.

PKF Aktuell

Die wichtigsten Informationen zur Lageberichterstattung nach DRS 20 haben wir in kompakter Form für Sie zusammengestellt.